Zitate&Anekdoten-Sammlung zu
Adultismus & struktureller Gewalt
Sprüche gegenüber jungen Menschen
Das ist nun mal so
Du bist nur ein Kind und ich bin schon erwachsen, ich weiß es besser!
"Wenn du nicht zur Schule gehst, musst du evtl. in eine Wohngruppe."
L: "Pack dein Fressen ein, eben war Pause!"
L: "Du solltest Dir mal ärztliche Hilfe suchen!"
L: "Ich mach das nur wegen dem Geld."
L. zu Klasse: "Ich bin froh, wenn ich nach euch in Rente geh."
L. (harsch): "Halt den Stift ordentlich!"
L. (zum Schulschluss): "Du gehst erst, wenn du das fertig hast und es ist mir scheißegal wie deine Mutter sich draußen die Beine in den Bauch steht."
"Wenn ihr jetzt mitmacht, kriegt ihr danach Süßigkeiten."
"Du wurdest doch nur ein bisschen gemobbt" (Psychotherapeutin)
"Wenn du nicht zur Schule gehst, dann bekommen deine Eltern Ärger." (Psychotherapeutin)
"Wir sind hier nicht bei Wünsch-dir-Was!"
Aussagen gegenüber Müttern und Vätern
"Dann müssen Sie es Ihren Kindern zuhause unbequem machen, dann gehen Sie auch gern zur Schule."
"Sie müssen Ihren Sohn früh zur Schulzeit wecken und wenn er nicht geht, ihm bis Schulschluss jede Beziehung verweigern."
"Ja, das wundert uns nicht, dass Ihre Kinder zuhause bleiben wollen, so schön, wie sie es da haben / so frei, wie sie da sein können."
"Ihr Sohn will nur nicht zur Schule, weil Ihre Bindung zu stark ist!"
"Ihre Tochter muss dringend lernen, Dinge zu tun, die sie nicht mag!"
"Alle anderen schaffen das doch auch"
"Ja, wenn wir jetzt alle Kinder fragen würden, ob sie denn möchten, dann würden sie alle nicht gehen."
"Wir mussten da alle durch."
"Aber man kann doch nicht immer nur machen, was man will."
"Das Leben ist kein Ponyhof."
"Er (7) muss lernen, sich unterzuordnen."
"Er muss sich ein dickeres Fell zulegen."
"Uns hat das auch nicht geschadet."
"Ihr Kind soll in die Schule gehen wegen der Pausen und damit er mit Menschen zusammen kommt, die er nicht leiden kann."
Schulleitung: "Sie können als Mama doch gar nicht wissen, was gut für Ihre Tochter ist!"
Schulleitung: "Sie sind zu eng mit ihrem Sohn, unter Ihnen kann er sich nicht entwickeln. Sie kriegen es nicht hin."
"Sie dürfen es Ihrem Kind zu Hause nicht so schön machen."
L.: "Er (7) muss lernen, sich unterzuordnen."
"Das ist nun mal so. Wir leiden alle, aber ist nicht zu ändern."
"Wir möchten das Problem endlich los werden." (Schulleitung plädiert für Schulwechsel)
"Das wurde schon immer so gemacht."
L. (dazu, dass sie viel schreit): "Das geht nicht anders."
"Sie müssen Druck machen, autoritär sein und sagen, dass Sie Ärger bekommen."
Schulleitung: "Das Kind hat hier überhaupt nichts zu entscheiden. Sie haben das Kind zu führen!"
"Er hatte genug Welpenschutz, wie sind hier keine Waldorfschule!"
Schulleitung: "Kinder darf man da nicht fragen, sie müssen in die Schule, notfalls mit Gewalt."
"Die muss halt lernen, dass manches einfach so ist. Sie müssen ihr klar machen, dass sie keine Wahl hat, dann gibt sie irgendwann auf."
"Sie müssen sie in die Schule schicken, egal wie, damit sie mit der Realität in Kontakt kommt."
"Kinder reagieren doch immer mit Bauchschmerzen, wenn sie was nicht wollen."
"Eltern müssen halt dahinter stehen, dann geht das schon."
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L.: "Sie müssen da durch, auch wenn es schmerzlich ist und A. weint und Bauchweh hat, da müssen Sie durch."
M.: "Ich möchte meine Tochter ernst nehmen."
L.:"Sie müssen gucken, dass Ihr Kind Bauchweh nicht als Waffe benutzt."
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Schulleiterin: "Sie dürfen es ihrem Kind zu Hause nicht so gemütlich machen. Vor allem dürfen sie ihr nicht so viele tolle und spannende Aktionen alternativ zur Schule anbieten. Is ja klar, dass sie da keine Lust auf Schule hat."
(Darüber hinaus solle ich ihr ihren Sport verbieten, bis sie wieder bereit ist regelmäßig zur Schule zu gehen. Auf den Hinweis, dass der Sport ihre große Leidenschaft und das Ventil für ihr enormes Bewegungsbedürfnis sei, kam lediglich ein Schulterzucken.)
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Eltern suchen Gespräch mit der Lehrerin über die von der Tochter berichteten Geschehnisse. L: " D. ist gerissen und lügt. Lassen sie sich davon nicht einwickeln, bleiben sie standhaft. Hier ist alles in Ordnung."
Lehrerin verbietet ihren Schülern, etwas zu trinken.
S.: "Aber Sie trinken doch auch!?"
L. (mit dampfender Tasse Tee): "Ja, ich darf das, ich bin krank."
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Empfehlung vom Jugendamt als erzieherische Maßnahme: "Sie sollten Ihre Tochter morgens wecken und zur Schule schicken und (egal bei welchem Wetter) Ihr Kind nicht mehr ins Haus lassen, bis die Schule zu Ende ist!"
Jugendamt: "Ihr Sohn sollte mal in eine Wohngruppe gehen. Vielleicht mal aus dem familiären Umfeld raus. Teilweise weiß man nicht, was in der Familie passiert. Viele Kinder gehen dann wieder in die Schule."
Jugendamt: "Ganz einfach, wenn die Kinder nicht machen, was Sie sagen, dann gibt's eben mal nichts zu Essen."
"Sie gehen also den Weg des geringsten Widerstandes, damit Sie sich nicht mit Ihrem Kind rumstreiten müssen."
(In dem Moment fiel mir nichts zu sagen ein. Später dachte ich nur: Hä, ich bekomm so viel mehr Widerstand!)
Jugendamt: "Die Schule passt für alle anderen. Denken Sie denn, dass Ihre Tochter etwas Besonderes ist?"
Jugendamt: "Andere Eltern, die sich weniger um das Wohl ihrer Kinder sorgen, bringen ihr Kind in dieser Situation (Schulverweigerung) in die Psychiatrie. Das ist der normale Weg, den ich Ihnen auch sehr empfehle."
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Amtsärztin zu Mutter: "Wenn die Kinder nicht zur Schule gehen, dann hindern Sie sie daran sich persönlich zu entfalten."
Gesundheitsamt Empfehlung: "Erziehungsberatung der Eltern zur Stärkung ihrer erzieherischen Kompetenz bezüglich ihrer konsequenten Erziehungsmethoden."
Kinderärztin: "Ich verschreibe ihm jetzt ein Beruhigungsmittel, dann schafft er auch den Schultag."
Die Kindeswohlbeauftragte der Schule: "Es wäre gut, wenn Ihre Tochter schulpsychologisch abgeklärt wird wegen einer sozial-emotionalen Störung. Mit einer gestellten Diagnose kann sie nämlich auf eine Förderschule, wo es ihr sicherlich besser geht."
(Ich dachte nur: Gut, dass ich zur rechten Zeit Franziska gefunden habe.)
Ärztin Gesundheitsamt: "Ich verstehe Sie, aber ich mache nur meine Arbeit."
Kinderärztin: "Stellen Sie sich nicht so an, ich hab schon alle groß bekommen damit."
Strukturelle Gewalt und Soziopathie
Jugendamt: "Wenn Sie so leben wollen, müssen Sie ins Ausland gehen, da ist das keine Kindeswohlgefährdung. Hier in Deutschland ist Nichtschulbesuch Kindeswohlgefährdung!"
Jugendamt: "Ich sehe, dass es Ihren Kindern sehr gut geht und dass sie sich toll entwickeln, aber wenn Sie Ihre Kinder nicht zur Schule schicken, dann werde ich das Familiengericht einschalten und Ihnen das Sorgerecht entziehen lassen!"
Jugendamt (nach einem für die Familie positiv beendeten familiengerichtlichen Verfahren): "Ich werde Ihren Fall so lange vor ein Gericht bringen, bis ich einen Richter finde, der Ihnen das Sorgerecht entzieht!"
"Bei uns war der Höhepunkt der Bemühungen des Jugendamts, als die Mitarbeiterin zu einem Hausbesuch kam und eine Mitarbeiterin der Jugendstrafanstalt mitbrachte, um unserer Tochter vor Augen zu führen, was sie erwartet, wenn sie jetzt nicht endlich wieder die Schule besucht: nämlich die Jugendstrafanstalt."
"Wenn das nicht klappt, müsste er zu Leuten, die fähig sind ihn zur Schule zu bewegen."
"Du willst nicht in die Schule - dann holen wir dich ins Heim." (Jugendamt beim Erstkontakt)
"Ich gehe nicht aus Ihrer Wohnung raus, ohne diese Unterschrift!" (Jugendamt bei Hausbesuch betreffend Schweigepflichtentbindung)
Psychologische Fachleute
Psychologin: "Dass ihr Sohn in einer funktionierenden Spielgruppe (4x pro Woche) teilnimmt, ist leider nicht förderlich, denn Schule ist damit verglichen halt Scheiße. Können Sie das nicht mal so machen, dass er, wenn er nicht in die Schule geht, dann auch nicht zur Spielgruppe darf? Das wäre ja dann sonst eine Belohnung. ... Vielleicht sollten Sie in der Familie Belohnungen als Anreiz für den Schulbesuch geben ..."
Schulpsychologin: "90% der Kinder wollen nicht zur Schule..."
Schulpsychologin: "Manche Kinder haben im psychosozialen Bereich in der Schule zu kämpfen. Für diese wäre dann die Förderschule geeignet. Nach ein, zwei Jahren dort sind die meisten dann soweit bereit, um die Regelschule zu besuchen, da sie abgehärtet sind."
Psychologin beim Gesundheitsamt: "Wenn es die Schulpflicht nicht gäbe, hätten wir hier kein Problem."
Psychotherapeutin: "Kein Wunder, dass er nicht in die Schule will, wenn er es daheim so schön hat."
Kinder- und Jugendtherapeut (hört am Telefon, dass Sohn nicht zur Schule will): "Das kann man nur mit Klinik heilen."
Schulpsychol. Beratungsstelle: "Wir wissen, dass Schule kein Wohlfühlort ist, aber trotzdem müssen wir da hin."
Psychotherapeutin: "Sie muss lernen, mit Stress umzugehen, damit sie in der Schule und im Leben zurechtkommt."
Schulpsychologe: "Sie müssen das Umfeld unattraktiv gestalten, damit L. zur Schule geht."
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Die Psychotherapeutin nahm das Telefonat entgegen und ich schilderte ihr ca. 20 Sekunden warum ich anrief - ungefähr so: „Mein Kind geht seit zwei Wochen nicht mehr zur Schule. Sie ist stark körperlich erschöpft, sie fühlt sich in der Klasse nicht wohl, wird gemobbt, bis hin zu körperlicher Gewalt, die Lehrerin ist mit der Situation leider überfordert. Meine Tochter hat Angst vor der Schule, sie ist mit dem Leistungsdruck überfordert und möchte nicht mehr hingehen. Können Sie uns unterstützen?“
Die Psychotherapeutin meinte nach diesem „umfangreichen Informationsaustausch“, dass sie meine Tochter mal zu sich zu einem Gespräch einladen könne, aber dass es aufgrund der doch schon sehr langen Fehlzeit mit Sicherheit zu einer stationären Aufnahme in die Psychiatrie kommen würde. Es täte ihr leid mir das so direkt zu sagen und hoffe sie habe mich nicht verschreckt aber das seien nunmal die Fakten.
Ich war so schockiert und habe keine weiteren Therapeuten mehr angerufen… bei dieser Frau waren wir natürlich auch nicht.
Erfahrungen und Erkenntnisse junger Betroffener
D. (kurz nach Einschulung): "Mama, ich dachte ich geh zur Schule, um etwas zu lernen und zu üben, aber da soll ich immer schon die richtige Antwort wissen. Wer was falsch macht, kriegt richtig Ärger."
C. (9): "Ich werde gezwungen, Dinge fertig zu machen, die ich nicht machen will."
L. (7): "Wenn einer was sagt, wird er an die Tafel geschrieben. ... Drei Striche, dann darf man nicht in die Pause."
P. (8) zu Lehrerin: "Ich hab Angst vor dem Vortrag."
Lehrerin: "Wenn du es nicht mitmachst, bekommst du eine 6."
"Einmal hat der Lehrer die Klasse eingeschlossen und gesagt: 'Ihr dürft erst raus, wenn alles aufgeräumt ist.'"
„Wir müssen beim Essen, wenn die Erwachsenen ‚Leisezeit‘ sagen, mucksmäuschenstill sein. Wer da redet, kommt sofort eine Klammer runter. Die Erwachsenen reden aber selber die ganze Zeit.“
Englischunterricht, Anfang 5. Klasse. Der Lehrer schreibt Vokabeln an die Tafel. Ein Junge meldet sich und fragt, ob der Lehrer ein bisschen deutlicher schreiben könne, er könne die Schrift nicht lesen. Daraufhin der Lehrer: „Ich schreib halt so, daran musst du dich halt gewöhnen, wirst du schon irgendwann lesen können.“
Mythen und Kuriositäten
"Aber sie brauchen doch Freunde..."
"Wir müssen das Kind in die Arbeit bringen, damit es dann selbständig arbeitet."
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Anonyme Meldung beim Jugendamt:
"Die Mutter will die Kinder an sich binden, deshalb macht sie es ihnen so schön."
"Die Eltern weigern sich, die Tochter gegen ihren Willen zur Schule zu schicken."
Adultismus: Weitere Sprüche
Schwiegermutter (empört, weil sie von einer anderen Frau angegangen wurde): "Ich lass mich doch nicht herunterputzen, wie ein kleines Mädchen!"
Weitere Nettigkeiten
Lehrer am Gymnasium zu einem Mädchen, das den Mathetest vergeigt hatte: "Wissen Sie, warum Frauen mit der Dreidimensionalität nichts anfangen können? Sie standen nur am Höhleneingang und winkten ihren Männern nach, die auf die Jagd gingen. Sie können nichts für Ihre Unfähigkeit."
"Meine Lieblingsgrundschullehrerin - sie war auch meine Klassenlehrerin und hatte sogar am gleichen Tag Geburtstag, wie ich - entließ mich ins Gymnasium mit den Worten: 'Du wirst es schwer haben.'"
Weitere Geschichten
Der Vater meiner Tochter meinte: "Sie kann doch nicht vor jedem Problem davonlaufen."
Darauf habe ich geantwortet, dass sie das überhaupt nicht tut, bei so vielen Anfeindungen, denen wir jetzt ausgesetzt sind. Ich hätte eher den Eindruck, dass er sie in der Schule sehen will, damit er die Probleme los wird. Da war er still.
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Eine Frau hat bei der Einschulung meiner Tochter beim Anblick der fröhlich gespannten Schar mit einem Lachen zu den Umstehenden gesagt: "Wenn die wüssten, was auf sie zukommt." Das hat mich tief getroffen.
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Letztens hat meine Mutter einen Klopper rausgehauen. Als meine 11 jährige Tochter alleine bei ihr war (die zu der Zeit ca. 1/2 Jahr nicht mehr zur Schule ging), sagte sie ihr knallhart: “Ich will dass du wieder in die Schule gehst, weil ich nicht möchte, dass du dumm bleibst!“
Zum Glück war meine wundervolle Tochter so gefestigt, dass sie darüber lachen konnte und über meine Mutter meinte: „Die Oma war heute ganz schön frech, aber das meint sie nicht so.“
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„Unser 8-Jähriger hat uns heute total niedergeschlagen erzählt, dass die Lehrerin ein Strichesystem hat. Wenn ein Kind stört, nicht aufpasst usw. wird ein Strich an der Tafel gemacht. Bei zehn Strichen gibt es Pausenverbot. Das Kind muss die Pause vor dem Lehrerzimmer verbringen und dabei aus dem Fenster schauen, wie die anderen Kinder Spaß haben. Essen, Trinken und Toilettengang sind nicht erlaubt. Wir sind geschockt ohne Ende. Es ist nicht nur demütigend, sondern isoliert das Kind auch von den anderen.“
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Vater zu Tochter: "In der Schule biste gut, aber fürs Leben taugst du nicht."
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Mein Lateinlehrer als ich ihn um Rat fragte, wie es doch bei der nächsten Klausur möglich wäre, besser als 5 abzuschneiden, und wie ich es doch schaffen könnte das große Latinum zu bekommen: „Da müsste ein Wunder geschehen.“
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Eine Mutter zu anderer Mutter (regelmäßig): "Ich kriege ihn jeden Morgen nur zur Schule mit der Drohung sonst macht das/holt dich die Polizei. Er will absolut nicht und leidet." (Sie litt auch.)
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"Die Sportlehrerin sagte einmal zu einer Klassenkameradin meiner Tochter: ‚Deine Mutter war schon übelst schlecht in Sport, was soll da bei dir schon rumkommen?!'"
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„Im Musikunterricht wurde getrommelt. Mein Sohn sagte, dass ihm die Hand weh tut und er aufhören möchte. Die Reaktion der Lehrerin war die Aufforderung an
die Klasse: ‚Einmal eine Runde Mitleid für Leon.‘"
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"Meine 7-jährige Tochter hat mir erzählt, ihre Klassenkameradin hat zuhause in ihrem Matheheft weitergearbeitet und so weit sie kam mit Bleistift seitenweise Aufgaben ausgefüllt, weil es ihr so Spaß gemacht hat. In der Schule musste sie alles wieder wegradieren."
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"Die Unterstufenkoordinatorin holte meinen Sohn (11) aus dem Unterricht, um mit ihm über sein Verhalten zu sprechen. Dabei fiel die Aussage: 'Du musst einfach wissen: Wir haben mehr Erfahrung und deshalb solltest du einfach tun, was wir dir sagen.' Daraufhin fragte mein Sohn: 'Ja, inwiefern haben Sie denn jetzt mehr Erfahrung?' – 'Genau diese Fragen machen dir das Leben hier an der Schule schwer!'"
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Als wir vor 6 Jahren das erste Mal beim Jugendamt bzgl. der Schulverweigerung unserer Tochter waren, habe ich dort die Sachlage geschildert, unter anderem folgende Situation:
Meine Tochter (damals 7) hatte Angst vor Ihrer Sportlehrerin. Diese schrie die Kids jede Stunde an und drohte z. B. einen Jungen in den Geräteraum zu sperren. Da ist es dunkel und niemand würde ihn schreien hören.
Meine Tochter erzählte mir davon erst nach einem halben Jahr, als sie es nicht mehr aushielt, mit der Begründung: "Ich weiß, dass du in die Schule gehst und das ansprichst, aber die Lehrerin sagt, sie macht dich dann richtig fertig."
Als ich das beim Jugendamt erzählte, war die Dame sehr entsetzt. Jedoch nicht über die Lehrerin und ihr Verhalten, sondern darüber, dass meine Tochter mich schützen wollte. Aussage :"Das ist aber schon sehr merkwürdig, dass Ihre Tochter Angst hat, dass Sie zu schwach sind und die Lehrerin sie fertig machen könnte. Normalerweise sollte ein Kind nicht die Eltern schützen, sondern umgekehrt."
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Anruf morgens im Sekretariat.
Mutter: "Er kommt heute nicht."
Sekr.: "Warum?"
Mutter: "Er will nicht."
Sekr.: "Ist doch hier kein Wunschkonzert!"
Nachdenkliche Menschen
Schulamtsdirektor: "Das werden ja immer mehr Kinder, die nicht zur Schule gehen wollen."
Eine Integrationsfachkraft: "Neben Ampelsystemen in jeder Klasse gibt es noch Murmelgläser. Murmelgläser sind eine ganz willkürliche Angelegenheit. Die Lehrer geben den Kindern Murmeln, immer wenn die Stunde toll war oder sie etwas gut gemacht haben. Wenn das Murmelglas voll ist, sollen angeblich irgendwelche tollen Sachen gemacht werden. Letztes Jahr war das Murmelglas voll, die Lehrerin hatte aber keine Lust, irgendwas zu machen.“
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