Sehr geschätzte Leserin, sehr geschätzter Leser,
den Kindern, die seit vielen Jahren meine psychologische Unterstützung suchen, ist gemeinsam, dass sie alle von mehr oder weniger stark ausgeprägter adultistischer Behandlungsweise bis hin zu adultistischer Gewalt im Schul- und Bildungswesen betroffen sind.
Seit langer Zeit nun bin ich also darum bemüht, in den sich immer mehr häufenden Einzelfällen diese jungen Menschen und ihre Familien dabei zu begleiten, ihr eigenes Denken und Handeln sowie auch das Denken und Handeln der sie umgebenden Menschen dahingehend positiv zu beeinflussen, das Auftreten adultistischer Handlungen und Gewalt zu reduzieren.
Dieses Bemühen erfährt jedoch Grenzen da, wo die Zahl der Fälle steigt und steigt. Dieses Bemühen erfährt auch Grenzen dort, wo die im Schul- und Bildungswesen beteiligten und agierenden Menschen keine Bereitschaft zeigen, adultistische Haltungen, Handlungen bis hin zu adultistischer Gewalt zu erkennen, zu unterlassen oder etwas dagegen zu unternehmen.
Somit Bedarf es einer psychologischen Initiative zur Adultismus-Sensibilisierung, also dafür, dass das Bewusstsein dafür wächst, dass es Adultismus gibt und was Adultismus ist.
Adultismus ist eine Form von Diskriminierung, die analog zu den Diskriminierungsformen Rassismus, Sexismus und Ableismus eine bestimmte Menschengruppe betrifft - in diesem Fall Menschen jungen Alters, also "Kinder".
Ich bin zu der Annahme und Erkenntnis gelangt, dass zunehmendes Adultismus-Bewusstsein vermutlich die entscheidende Grundvoraussetzung überhaupt für jegliche Heilung im Schul- und Bildungswesen sein dürfte, somit ist dies zugleich eine Initiative für Heilung im Schul- und Bildungswesen.
Und da es hierbei nicht nur um die psychische Gesundheit geht - im Übrigen die psychische Gesundheit aller im Schul- und Bildungswesen Beteiligten -, sondern auch wesentlich um eine Frage der Gewalt, ist dies zugleich eine Initiative für mehr Frieden im Schul- und Bildungswesen.
Und da alle heranwachsenden Menschen dieses durchlaufen, ist sie, wenn wir präventiv und vorausschauend betrachten, zugleich eine Initiative für mehr Frieden in unserer Welt.
Es mag sich also lohnen für Sie, liebe Leserin und lieber Leser, dieser Initiative etwas Beachtung zu schenken.
Was nicht nur von mir beobachtet, sondern von vielen Seiten beschrieben und benannt wird, ist zum einen die ständig wachsende Zahl von psychischen Problemen, psychischer Belastung bis hin zu psychischen Störungen und psychischen Erkrankungen heranwachsender Menschen. Die therapeutischen und psychiatrischen Praxen, Kliniken und diagnostischen Zentren sind voll und führen monate- bis teilweise jahrelange Wartelisten.
Zum anderen wird von vielen Seiten beobachtet und beschrieben das Phänomen des teilweise massiven Gewaltpotenzials von jungen Menschen an Schulen.
Eine psychische Dysbalance ist offensichtlich, die nicht mehr nur einzelne Menschen betrifft, sondern sich in ihrer Häufigkeit in Richtung "Normalität" bewegt.
Daher dürfen wir uns alle in der Verantwortlichkeit sehen und dies als eine kollektive Aufgabe begreifen und nicht mehr nur als Herausforderung für einzelne Menschen.
Wer hier nun zu Heilung beitragen möchte, darf sich bewusst werden und sein, dass auslösender Faktor, um eine erkrankte oder gestörte psychische Balance eines Menschen heilend zu beeinflussen, Liebe, Anteilnahme und Verständnis ist.
Liebe, Anteilnahme und Verständnis ist der grundlegende, wesentliche, entscheidende und auslösende Faktor in allen Formen der heilenden Beeinflussung einer aus dem Gleichgewicht geratenen psychischen Balance (als das wir psychische Störungen und Erkrankungen begreifen dürfen).
Dies dürfen wir als für die Wesenhaftigkeit der menschlichen Psyche feststehende Gesetzmäßigkeit begreifen.
Im Rahmen dieser Initiative möchte dies auch praxisorientiert illustriert werden.
Mein Ansinnen ist also, zu mehr Adultismus-Bewusstsein in unserer menschlichen Gemeinschaft grundsätzlich beizutragen und zu mehr Heilung und Frieden im Schul- und Bildungswesen im Besonderen.
Ich danke Ihnen, liebe Leserin und lieber Leser, für Ihre Aufmerksamkeit, Ihre Offenheit und Ihren Beitrag zu diesem für uns alle sehr wichtigen Ansinnen.
Alles Gute!
Ihre Franziska Klinkigt

