Mittwoch, 8. August 2018

"Hilfe, mein Kind will nicht (mehr) zur Schule!"

Da in Deutschland Schulpflicht herrscht, löst eine solche Äußerung sehr viel Not und Ratlosigkeit in Familien aus. Bei Menschen, deren Rat sie suchen, finden sie nicht immer brauchbare Lösungsansätze. Wenn ein junger Mensch in Deutschland Nein zur Schule sagt, kann dieser Zustand nicht nur Mütter und Väter, sondern auch die damit befassten Menschen in Schulen, Beratungsstellen, Behörden, Gerichten in eine wirkliche Zwickmühle bringen, in ein nicht auflösbares Dilemma. Wir beobachten, dass es spätestens hier ganz oft zu Akten von Gewalt kommt: in Form von Vorwürfen, Schuldzuweisungen und Unterstellungen, bedrängenden Fragen und Behauptungen bis hin zu bedrohenden Aussagen und Androhung von Maßnahmen (z.B. Sorgerechtsentzug, Buß- und Zwangsgeld, (kinder)psychiatrische Unterbringung/Behandlung). 

Eine wachsende Zahl an Familien erlebte bereits in den Werkstattgesprächen, die ich gemeinsam mit Bertrand Stern leite, Unterstützung und Austausch. 

Die interessierten und teilnehmenden Familien sind überwiegend in der Situation, dass Söhne und Töchter entweder sehr unglücklich in der Schule sind und sich nach Veränderungen sehnen oder konkret bereits sich der Schule verweigern. 
(Zunehmend kommen auch Familien hinzu, in denen junge Menschen bereits in einem noch nicht schulpflichtigen Alter äußern, sie wollten nicht in die Schule gehen, und die sich daher im Vornherein schon viele Gedanken machen, wie sie mit dieser Situation umgehen wollen.)

Manche Familien stehen noch ganz am Anfang der Kommunikation mit der Schule, andere stecken schon mitten in Auseinandersetzungen. Den Familien ist gemeinsam, dass sie im Gegensatz zu manchen, die aus Deutschland auswandern, weiterhin hier leben wollen bzw. aufgrund ihrer Lebenssituation auch gar keine andere Möglichkeit sehen.

Wir freuen uns immer wieder, dass Menschen, die ratlos und manchmal sehr besorgt bis angsterfüllt mit ihren Fragen und Nöten ins Werkstattgespräch hineinkommen, dieses informiert, handlungsfähig und gestärkt wieder verlassen.

Interessierte und betroffene Menschen sind herzlich eingeladen, an einem geplanten Werkstattgespräch (meist ein Samstag, welchem ein Vortragsabend am Freitag vorausgeht) teilzunehmen oder auch selbst eines in der eigenen Gegend zu organisieren (bei Interesse gerne Mail an franziskaklinkigt@gmx.net).


Aktuell geplante Termine sind

am 31.08./01.09.2018 in Gronau-Betheln und
am 26./27.10.2018 in Leipzig


Der Kostenbeitrag liegt je Familie bei: Regulär 125€ / Unterstützerbeitrag >125€
Ab einer Gruppengröße von 10 Parteilen je Familie: Regulär 100€ / Unterstützerbeitrag >100€

(Falls der Betrag finanziell nicht aufgebracht werden kann, bitte melden Sie sich und wir finden eine Lösung!)

Anfragen zum Werkstattgespräch an franziskaklinkigt@gmx.net und/oder bs@bertrandstern.de





Teilnehmerstimmen

"Wir haben sehr viel für uns mitgenommen, einerseits beruhigendes, andererseits aufwühlendes."

* * * 

"Insbesondere habe ich den inneren Frieden gegenüber dem bisher Geschehenem gefunden und es wird sich unmittelbar auch auf unsere äußeren Umstände auswirken. Es war bisher das Gefühl von Angst welches uns in eine Schutz- und Fluchtposition geworfen hat. Dies ist nun vorbei und wir sind gespannt auf die neue Qualität auf Augenhöhe mit den Mitarbeitern der Behörden."

* * * 

"Das Werkstattgespräch hat uns viel Mut und Zuversicht gegeben. Rechtliche Grundlagen bei einem Gerichtsprozess wurden uns erörtert, welches wir als sehr hilfreich empfanden. Emotional wurden wir aufgefangen und bestärkt, dass das Nein unseres Sohnes zur Schule sein selbst gewählter Weg bedeutet! Auch der Austausch mit Menschen. die in einer ähnlichen Situation sind, war sehr hilfreich. Wir haben uns nicht mehr alleine gefühlt."
 
* * * 

"Ich finde gut, dass ihr klar Wege aufzeigen wollt, bei denen man sich nicht verstecken oder flüchten muss. Mir selber hat das Werkstattgespräch soviel Klarheit gebracht. Ihr sprecht ja nicht nur über Schule, sondern auch über Diskriminierung von jungen Menschen. Da habt ihr mich in meiner Haltung sehr gestärkt. Dass ihr Hilfe und konkrete Unterstützung anbietet, falls wir mal in diese Situation kommen, gibt mir Sicherheit. Auch fand ich die vielen Beispiele, wie es laufen kann beruhigend."

* * * 

"Ich möchte noch im nachhinein sehr für das Werkstattgespräch danken. Es hat mir sehr geholfen, unsere eigenen Befindlichkeiten auf einer grundlegenderen Ebene zu betrachten und über die Unzufriedenheit und die reflexhafte Abwehr gegenüber dem System hinaus näher an die konkreten Wünsche unserer Familie und damit die individuelle "Lösung" zu kommen."

* * * 

"Nach dem Werkstattgespräch war uns sehr klar, wie wir unsere Kinder unterstützen können ihren Weg zu gehen und wir fühlen uns sicher mit den Behörden in Kontakt zu treten. Vor allem unser älterer Sohn (11) weiß jetzt, was er tun kann, um seine Bedürfnisse anderen Menschen mitzuteilen."