Samstag, 27. Oktober 2018

"Hilfe, mein Kind will nicht (mehr) zur Schule!"

Da in Deutschland Schulpflicht herrscht, löst eine solche Äußerung sehr viel Not und Ratlosigkeit in Familien aus. Wenn ein junger Mensch in Deutschland Nein zur Schule sagt, kann dieser Zustand nicht nur Mütter und Väter, sondern auch die damit befassten Menschen in Schulen, Beratungsstellen, Behörden, Gerichten in eine wirkliche Zwickmühle bringen, in ein nicht auflösbares Dilemma. Wir beobachten, dass es spätestens hier oft zu Akten von Gewalt kommt: in Form von Vorwürfen, Schuldzuweisungen und Unterstellungen, bedrängenden Fragen und Behauptungen bis hin zu bedrohenden Aussagen und Androhung von Maßnahmen (z.B. Sorgerechtsentzug, Buß- und Zwangsgeld, (kinder)psychiatrische Unterbringung/Behandlung). 

Eine wachsende Zahl an Familien erlebte bereits in den Werkstattgesprächen, die ich gemeinsam mit Bertrand Stern leite, Unterstützung und Austausch. 

Die interessierten und teilnehmenden Familien sind überwiegend in der Situation, dass Söhne und Töchter entweder sehr unglücklich in der Schule sind und sich nach Veränderungen sehnen oder konkret bereits sich der Schule verweigern. (Zunehmend kommen auch Familien hinzu, in denen junge Menschen bereits in einem noch nicht schulpflichtigen Alter äußern, sie wollten nicht in die Schule gehen, und die sich daher im Vornherein schon viele Gedanken machen, wie sie mit dieser Situation umgehen wollen.)

Manche Familien stehen noch ganz am Anfang der Kommunikation mit der Schule, andere stecken schon mitten in Auseinandersetzungen. Den Familien ist gemeinsam, dass sie im Gegensatz zu manchen, die aus Deutschland auswandern, weiterhin hier leben wollen bzw. aufgrund ihrer Lebenssituation auch gar keine andere Möglichkeit sehen.

Wir freuen uns immer wieder, dass Menschen, die ratlos und manchmal sehr besorgt bis angsterfüllt mit ihren Fragen und Nöten ins Werkstattgespräch hineinkommen, dieses informiert, handlungsfähig und gestärkt wieder verlassen.

Interessierte und betroffene Menschen sind herzlich eingeladen, an einem geplanten Werkstattgespräch (meist ein Samstag, welchem ein Vortragsabend am Freitag vorausgeht) teilzunehmen oder auch selbst eines in der eigenen Gegend zu organisieren.


Aktuell geplante Termine
  

Anfragen zum Werkstattgespräch an franziskaklinkigt@gmx.net und/oder bs@bertrandstern.de




Teilnehmerstimmen

" Ich bin sehr dankbar, dass ich teilnehmen durfte und so viele Informationen und Denkanstöße mitnehmen konnte. Anfangs fühlte ich mich 'überflutet' von den vielen Eindrücken, in der Zwischenzeit hat sich vieles gesetzt und ich fühle mich gestärkt, unterstützt und in meiner Haltung gefestigt."
 
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"Im Werkstattgespräch wird durch den Austausch innerhalb der Gruppe deutlich, dass - so unterschiedlich jede Familiensituation auch ist - alle Fälle eines gemeinsam haben: Es geht um die Haltung, die Würde und den Willen eines Menschen - unabhängig von seinem Alter - zu achten. Daraus folgt alles weitere. Die Haltung ist die Grundlage. Dies zu erkennen und sich von dieser Haltung stärken zu lassen, das schaffen Franziska Klinkigt und Bertrand Stern in ganz wunderbarer Weise"

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"Wir haben sehr viel für uns mitgenommen, einerseits beruhigendes, andererseits aufwühlendes."

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"Insbesondere habe ich den inneren Frieden gegenüber dem bisher Geschehenem gefunden und es wird sich unmittelbar auch auf unsere äußeren Umstände auswirken. Es war bisher das Gefühl von Angst welches uns in eine Schutz- und Fluchtposition geworfen hat. Dies ist nun vorbei und wir sind gespannt auf die neue Qualität auf Augenhöhe mit den Mitarbeitern der Behörden."

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"Meine Kinder sind 4 und 2. Ich habe am Werkstattgespräch teilgenommen, weil ich vorbereitet sein will, falls mein Ältester die Schule genauso wie den Kindergarten verweigert. Seit dem Werkstattgespräch bin ich gelassen und ruhig. Das mögliche Nein zur Schule bereitet mir keine Sorgen mehr. Dank Bertrand Stern und Franziska Klinkigt weiß ich nun, was auf uns zukommen würde, wenn unser Kind Nein zur Schule sagt. Ich weiß, worauf ich achten muss im Dialog mit Schulpersonal und Ämtern, und ich fühle mich stark mit einem kompetenten Unterstützerteam im Hintergrund, auf die ich wieder zurückkommen kann. Ich kann das Werkstattgespräch wärmstens empfehlen. Dort haben alle Deine Fragen Raum und werden ernst genommen." 

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"Das Werkstattgespräch hat uns viel Mut und Zuversicht gegeben. Rechtliche Grundlagen bei einem Gerichtsprozess wurden uns erörtert, welches wir als sehr hilfreich empfanden. Emotional wurden wir aufgefangen und bestärkt, dass das Nein unseres Sohnes zur Schule sein selbst gewählter Weg bedeutet! Auch der Austausch mit Menschen. die in einer ähnlichen Situation sind, war sehr hilfreich. Wir haben uns nicht mehr alleine gefühlt."
 
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"Ich finde gut, dass ihr klar Wege aufzeigen wollt, bei denen man sich nicht verstecken oder flüchten muss. Mir selber hat das Werkstattgespräch soviel Klarheit gebracht. Ihr sprecht ja nicht nur über Schule, sondern auch über Diskriminierung von jungen Menschen. Da habt ihr mich in meiner Haltung sehr gestärkt. Dass ihr Hilfe und konkrete Unterstützung anbietet, falls wir mal in diese Situation kommen, gibt mir Sicherheit. Auch fand ich die vielen Beispiele, wie es laufen kann beruhigend."

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"Ich möchte noch im nachhinein sehr für das Werkstattgespräch danken. Es hat mir sehr geholfen, unsere eigenen Befindlichkeiten auf einer grundlegenderen Ebene zu betrachten und über die Unzufriedenheit und die reflexhafte Abwehr gegenüber dem System hinaus näher an die konkreten Wünsche unserer Familie und damit die individuelle "Lösung" zu kommen."

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"Nach dem Werkstattgespräch war uns sehr klar, wie wir unsere Kinder unterstützen können ihren Weg zu gehen und wir fühlen uns sicher mit den Behörden in Kontakt zu treten. Vor allem unser älterer Sohn (11) weiß jetzt, was er tun kann, um seine Bedürfnisse anderen Menschen mitzuteilen."

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"Das Werkstattgespräch war für uns eine große Bereicherung, es hat uns in unserer Haltung des Vertrauens jungen und sehr jungen Menschen gegenüber sehr gestärkt. Die Selbstverständlichkeit einem Menschen sein Selbstbestimmungsrecht oder sein Menschsein unabhängig vom Alter zuzuerkennen wurde uns deutlich, ein unumkehrbarer innerer Prozess kam in Gang oder wurde ein Stück vorangetrieben. Außerdem bekamen wir sehr viele Infos und Beispiele wie es verlaufen kann, wenn man einen jungen Menschen begleitet, der sich der Beschulung verweigert. Wir bekamen Antworten auf unsere konkreten Fragen und einen Input an juristischem Wissen, so dass wir mit Zuversicht aus dem Werkstattgespräch gehen konnten. Das Zusammenkommen vieler Teilnehmer in verschiedenen Situationen macht die Notwendigkeit dieser Veranstaltung deutlich und die Dringlichkeit der Bekanntmachung einer solchen Möglichkeit. Wir bedanken uns auf diesem Wege ganz herzlich bei den Referenten und den Organisatoren und hoffen auf viele weitere Zusammenkommen dieser Art an vielen Orten."

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"Es war ein Austausch auf Augenhöhe. Es kam nie das Gefühl auf, ein Außerirdischer zu sein, so wie wir es von den Behörden gewohnt waren. Aufgefangen und Verstanden, dass sind für mich die beiden Schlagworte."

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"Wir sind mit dem Hoffnungsfunken losgefahren, an diesem Wochenende eine Handlungmöglichkeit zu erlangen, falls unsere Tochter nein zum  Schulbesuch sagt. Wir fanden Sie und wurden um so vieles mehr beschenkt an diesem Wochenende. Innere Klarheit und Frieden zu unserem erlebten Schulbesuch, Unterstützung auf allen Ebenen und wir erfuhren: wir sind nicht allein... wir erlebten Menschen, die eine ähnliche Haltung zum Leben und den sich uns anvertrauten jungen Menschen in sich tragen und fanden Menschen mit einem fachlichen Know How, die bereit sind wirklich und wahrhaftig uns zu begleiten." 

Samstag, 14. Oktober 2017

Gesellschaftspolitisch auf dem Weg der gewaltfreien Erziehung

In Heft 3/17 des unerzogen-Magazins ist unter diesem Titel ein offener Brief an den Bundespräsidenten erschienen zu dem brisanten mehr denn je aktuellen Thema der gewaltfreien Erziehung.

In der zwischenmenschlichen Wirklichkeit geht es auf allen Ebenen immer um die Frage, wie die einzelnen Mitglieder miteinander kommunizieren. Vor allem geht es darum, als wer oder was der Einzelne betrachtet wird oder sich selbst betrachtet: als selbstbestimmter Mensch, als Subjekt oder als fremdbestimmt, als fremdzubestimmendes Objekt? Ein offener Brief an den neuen Bundespräsidenten zu seiner kürzlichen Amtsübernahme.


(Kommentare dazu sind willkommen und dürfen gern unter diesem Post geteilt werden)

Sonntag, 22. Januar 2017

Selbstbestimmt? Bestimmt! - Symposium nächstes Wochenende in Weimar

SELBSTBESTIMMT? BESTIMMT!

Frei spielen, frei sich bilden, frei sein

Wer zum kommenden Wochenende die Möglichkeit hat, nach Weimar zu kommen, dem sei dieses Symposium ans Herz gelegt. Nicht nur, weil es anregende Vorträge und Podiumsdiskussionen geben wird und weil die Filmvorführung einer der sehr sehenswerten Gordian Troeller-Dokumentationen aus der Reihe "Kinder der Welt" etwas Besonderes und Seltenes ist, sondern auch, weil es die vielleicht einmalige Gelegenheit ist, einmal Alan Thomas live zuzuhören, der Pionier in der Erforschung der selbstbestimmten Bildung und des informellen Lernens ist (und zwei fundamentale Bücher publiziert hat, die mindestens alle Mütter, Väter und LehrerInnen lesen sollten - damit der anstehende und gar nicht mehr aufzuhaltende Wandel mal so richtig Schwung bekommt).

Freitag, 20. Januar 2017

Ein Artikel für alle, die mit Einschulungsuntersuchungen zu tun haben

Im Heft 04/16 des unerzogen-Magazins erschien ein Artikel von mir mit dem Titel
 "Sehr geehrte Frau Ärztin im Gesundheitsamt ..."

Jedes Jahr werden die potentiellen Schulanfänger für das nächste Schuljahr einer sogenannten Einschulungsuntersuchung durch den Amtsarzt unterzogen. Keine Familie kommt darum herum. Was eine Mutter dabei mit ihrer Tochter erlebte, ist sicher kein Einzelfall. 

Ein offener Brief an die zuständige Ärztin im Amt.


(Kommentare dazu sind willkommen und dürfen gern unter diesem Post geteilt werden)

Sonntag, 15. Januar 2017

Vergangene Vortrags-Termine von und mit mir

Das Recht, frei sich zu bilden


Ein Abend mit Bertrand Stern und Franziska Klinkigt
(Vortrag & Diskussion)

Dienstag, 10. Januar 2017

Interviews

Radiointerviews

mit Michael Karjalainen-Draeger im Juli 2016.

Thema des Monats:
Sommergespräch mit der Psychologin, Familientherapeutin und Autorin Franziska Klinkigt über ihre Schulerfahrung, die strukturelle Gewalt des Bildungssystems, Mobbing und Schulstress sowie ihre Hoffnung, dass jeder neugeborene Mensch eine Chance ist, das alles zu ändern.

mit Mirko Olostiak-Brahms  am Tag der Menschenrechte 2015 (10. Dezember) in der Sendung Vielfalter Magazin gegen Monokultur bei Radio Dreyeckland.


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Interviews im Rahmen von Online-Kongressen


im März 2016 von Lena und Michael Busch, in dem sie mit 56 Gesprächspartnern der Frage nachgingen: "Wie wäre es, wenn du und deine Kinder selbstbestimmt leben, lernen und arbeiten könnten?"      


ADHS AUFDECKEN - HINSPÜREN
"schwierige" Kinder Online Kongress
im Sommer und Herbst 2016 von und mit Nicole Lehner.